Zwei Hände in Gummihandschuhen recken sich nach oben.

Prostata: 13 Fragen und Antworten für jeden Mann

Zuletzt aktualisiert am 9. September 2021
Veröffentlicht am 7. März 2021

Alles, was du zu einem der wichtigsten Organe eines Mannes wissen musst.

Wir sehen sie nicht und merken im Alltag nichts von ihr. Dabei übernimmt die Prostata wichtige Aufgaben in der unteren Region des Mann und Probleme gibt es erst, wenn sie sich entzündet oder mit der Diagnose Prostatakrebs. Und die kommt leider nicht selten vor. Prostatakrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten bei älteren Männern.

Es lohnt sich also der Prostata mehr Aufmerksamkeit zu schenken und sie regelmäßig checken zu lassen. Aber: Ab wann geht man eigentlich zu dieser Prostatauntersuchung? Wie läut die genau ab? Wo liegt die Prostata eigentlich? Was sind ihre Aufgaben? Und wie weiß ich, dass etwas nicht stimmt? Diese und mehr Fragen beantworten wir dir in unserem FAQ zu einem der wichtigsten Organe des Mannes. Unterstützt hat uns bei der Recherche Prof. Dr. Johannes Huber von der Klinik und Poliklinik für Urologie in Dresden.

1. Was ist die Prostata?

Die Prostata ist ein inneres, männliches Geschlechtsorgan. Sie wird auch Vorsteherdrüse genannt und übernimmt unterschiedliche Aufgaben im Körper eines Mannes. Sie umschließt den Anfang der Harnröhre und beinhaltet Drüsen, Bindegewebe und Muskelfasern.

2. Wo liegt die Prostata?

Die Prostata liegt zwischen der Harnblase und dem Beckenboden. Sie ist von außen nicht zu erkennen und umschließt den Anfang der Harnröhre, durch die der Urin Richtung Penis geleitet wird.

Hier kannst du dir die Lage der Prostata noch mal genau angucken:

3. Wie groß ist die Prostata?

Eine gesunde Prostata ist ungefähr so groß wie eine Kastanie und wiegt 20 Gramm. Im Laufe des Lebens wächst sie häufig und kann dadurch Problemen verursachen. „Man sollte sich aber nicht nur auf die Größe fokussieren“, sagt Dr. Huber. „Entscheidend ist, ob jemand Beschwerden hat oder nicht. Wenn man dann noch rechtzeitig zur Früherkennung geht, ist mit der Prostata erst mal alles in Ordnung.“

4. Wie kann ich meine Prostata ertasten?

Die Prostata liegt kurz hinter dem Anus und jeder Mensch kann sie mit einem Finger ertasten: Langsam einführen, und vorsichtig Richtung Damm innerhalb des Darms einen weicheren Knoten der Größe einer Kastanie spüren. Eine gewissen Gelengigkeit wird hier vorausgesetzt und etwas Gleitgel ist zu empfehlen. Selbstverständlich gilt: Bei Schmerzen oder Unwohlsein sofort aufhören. Niemand muss seine eigene Prostata erstasten, wenn er nicht will.

Bei einer ärztlichen Untersuchung liegt der Mann in der Regel auf der Seite, während ein Urologe oder eine Urologin einen Finger einführt. Das dauert meistens nicht länger als 15 Sekunden und verläuft ohne Schmerzen.

5. Was macht die Prostata?

Die Prostata entscheidet gewissermaßen, ob Urin oder Sperma aus dem Penis kommt. Das liegt daran, dass durch die Prostata die Harnröhre verläuft und die Prostata bei einer Erektion wie eine Weiche dafür sorgt, dass die richtige Flüssigkeit (Sperma) den richtigen Ausgang findet (man nennt es Abspritzen oder Ejakulation).

Das ist aber nicht ihre einzige Aufgabe. Innerhalb der Prostata liegen viele kleine Drüsen, die ein Sekret produzieren, dass sich mit den Spermien vermischt und dafür sorgt, dass diese nach der Ejakulation in Bewegung bleiben. Das Sekret ist gewissermaßen der Brennstoff, der dieses eine Spermium schließlich in die Gebärmutter bringt. Ohne Prostata wären wir also nicht auf der Welt.

6. Ab wann muss ich meine Prostata bei einem Urologen untersuchen lassen?

Prof. Johannes Huber aus der Klinik und Poliklinik für Urologie in Dresden empfiehlt eine Untersuchung der Prostata ab dem 45. Lebensjahr; bei familiärer Belastung ab dem 40. Lebensjahr. Heißt: Gab es schon mal einen Fall von Prostatakrebs in der eigenen Familie, empfiehlt sich eine Vorsorgeuntersuchung ab 40 Jahren.

Gut zu wissen: Prostatakrebs löst im Anfangsstadium selten Beschwerden aus. Deswegen ist eine Vorsorgeuntersuchung ab diesem Alter wichtig, auch wenn keine Beschwerden vorliegen.

7. Wie bemerke ich eine Prostata Entzündung?

Ob eine Prostataentzündung vorliegt, kann unterschiedliche Ursachen haben und hängt mit der Art der Erkrankung zusammen.

Die Prostataentzündung wird in drei Klassen unterteilt:

Art der EntzündungSymptome
Akute bakterielle Prostatitis (verursacht durch Bakterien)

  • Fieber

  • häufiges Wasserlassen

  •  erschwertes Wasserlassen

  • Schmerzen beim Wasserlassen, dabei Brennen am Ende der Harnröhre

  • unwiderstehlicher Harndrang

Chronische bakterielle Prostatitis (verursacht durch Bakterien)

  • Schmerzen im Bereich der Prostata

  • Ähnliche Beschwerden wie bei der akuten bakteriellen Prostatitis, wird deswegen häufig verwechselt

Chronisches Beckenschmerzsyndrom (CBSS)

  • Schmerzen im Bereich des Beckens. Bspw. Am Damm, im Rektum, im Penis, den Hoden oder im Unterbauch

  • Probleme beim Wasserlassen

  • Erektionsstörung

Achtung: Jeder Mensch ist unterschiedlich. Ob und wie ein Mann an einer Entzündung der Prostata leidet, muss ein Arzt feststellen. Hier findest du noch mal einen Überblick über die oben genannten Entzündungen, was die Ursachen sein können und wie die Behandlung abläuft.

8. Was versteht man unter einer Prostatahyperplasie?

Unter Prostatahyperplasie versteht man eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Im Fachjargon wird sie auch “Benigne Prostatahyperplasie”, kurz BPH genannt. Das Wort „benigne“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet gut.

Vor allem Männer ab einem Alter von 45 Jahren haben mit einer Vergrößerung der Prostata zu tun. Sie macht sich häufig durch folgende Symptome bemerkbar:

In diesem Video wird auch noch mal erklärt, wie die BPH behandelt wird:

9. Was ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom (PCA) genannt, beschreibt einen bösartigen Tumor innerhalb der Prostata. Er gilt als einer der häufigsten Krebsarten bei Männern. Das Zentrum für Krebsregisterdaten vom Robert Koch-Institut gab für 2020 eine Prognose von 61.200 an Prostatakrebs erkrankten Männern ab.

In der Regel erkranken vor allem ältere Männer an einem Prostatakarzinom. Wird der Krebs rechtzeitig erkannt, besteht eine gute Chance auf eine Heilung und ein relativ geringes Sterberisiko. Das Problem ist nur, dass Prostatakrebs im frühen Stadium so gut wie keine Symptome auslöst. Männer ab einem Alter von 45 Jahren sollten sich daher regelmäßig auf ein Prostatakarzinom untersuchen lassen. Ist bekannt, dass es schon mal einen Fall von Prostatakrebs in der Familie gab (zum Beispiel beim Vater), sollte man schon ab 40 mit der Vorsorgeuntersuchung beginnen.

Hier klärt Prof. Dr. Huber noch über mögliche Therapiemöglichkeiten auf:

10. Was bedeutet der PSA-Wert bei der Prostata?

Als PSA wird ein Prostata-spezifisches Antigen bezeichnet. Es handelt sich um ein Protein, dass nur in der Prostata produziert wird und sich bei der Ejakulation des Mannes mit dem Sperma vermischt.

Eine PSA-Untersuchung findet in der Regel statt, wenn ein Verdacht auf Prostatakrebs besteht. Ein erhöhter PSA-Wert deutet häufig auf Entzündungen der Prostata hin. In Verbindung mit einer Tastuntersuchung kann der Wert erste Rückschlüsse über das Stadium eines möglichen Prostatakrebs zulassen. Wie ein Mann dann behandelt wird, muss er mit seinem Urologen oder seiner Urologin besprechen.

Aber: Zur Früherkennung von Prostatakrebs wird eine PSA-Untersuchung nicht von der Krankenkasse bezahlt. Das bestätigte der Gemeinsame Bundesausschuss nochmals in einer Pressemitteilung im Dezember 2020. Erst wenn ÄrztInnen weitere Befunde abklären wollen, werden die Kosten übernommen.

Hier erfährst du mehr PSA-Untersuchung und warum sie unter ExpertInnen polarisiert:

11. Wie gesund ist eine Prostatamassage?

Urologinnen und Urologen massieren die Prostata, wenn sie sich entzündet hat.
„Wir wenden eine Prostatamassage an, wenn jemand eine chronische oder länger dauernde Prostataentzündung hat. Dann kann man über diese Massage quasi Flüssigkeit aus der Prostata herausrücken und unter einem Mikroskop überprüfen“, sagt Dr. Huber von der Klinik für Urologie aus Dresden.

Es gibt aber auch Männer, bei denen eine Prostatamassage zu mehr sexueller Lust führt. Aus medizinischer Sicht spricht laut Huber nichts dagegen, sich die Prostata zu massieren oder massieren zu lassen. Selbstverständlich nur, wenn derjenige dadurch keine Schmerzen verspürt und keine Entzündung der Prostata vorliegt.

12. Spielt die Prostata eine Rolle für die Potenz eines Mannes?

Ob der Penis eines Mannes steif wird oder nicht, hängt nicht direkt mit der Prostata zusammen. Eine Impotenz kann aber mit der Behandlung von Prostatakrebs zusammenhängen.

13. Was kann ich für meine Prostata tun?

Kürbiskerne, kein rotes Fleisch oder Grüner Tee? Es gibt unterschiedliche Mittel, die für eine Prostata gut sein sollen. Laut Prof. Huber gibt es unterschiedliche Studien über die Auswirkungen der Ernährung auf die Prostata. „In Tomaten und grünem Tee gibt es Substanzen, die sich schützend auf die Prostata auswirken“, sagt er. Rotes Fleisch hingegen erhöhe wahrscheinlich das Risiko an einem Prostatakarzinom zu erkranken.

Und natürlich gilt: Eine gesunde Lebensweise mit Sport und einer ausgewogenen Ernährung, ohne Rauchen und viel Alkohol, tut dem Körper und damit auch der Prostata gut.

Weitere Quellen

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